Übungsanleitung: Gefühle bewusst wahrnehmen
Ziel:
Gefühle wahrnehmen, verstehen und sinnvoll in Entscheidungen und Alltag integrieren.
Vorbereitung:
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Finde einen ruhigen Ort, an dem du ungestört bist.
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Nimm Zettel und Stift oder ein Notizbuch zur Hand.
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Plane mindestens 20–30 Minuten ein, um in Ruhe zu reflektieren.
Schritt 1 – Check-in mit dir selbst
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Schließe die Augen und atme tief ein und aus.
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Spüre, was gerade in dir ist:
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Welche Gefühle nimmst du wahr?
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Wo im Körper spürst du sie?
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Sind sie stark oder eher leicht?
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Schreibe anschließend stichpunktartig auf, welche Emotionen du gespürt hast.
Tipp: Versuche Gefühle nicht zu bewerten. Alles, was da ist, darf da sein.
Schritt 2 – Gefühle erkennen und benennen
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Gehe deine Liste durch und benenne jede Emotion klar: z. B. Traurigkeit, Freude, Angst, Wut, Erleichterung.
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Frage dich bei jeder Emotion:
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Was möchte mir dieses Gefühl sagen?
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Gibt es einen Auslöser in meinem Alltag?
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Notiere deine Antworten.
Hinweis: Gefühle sind wie Warnsignale oder Wegweiser – sie helfen dir, dich selbst besser zu verstehen.
Schritt 3 – Gefühle einordnen
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Zeichne auf einem Blatt drei Spalten:
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Gefühl
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Auslöser/Situation
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Botschaft / Handlungsempfehlung
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Trage alle Emotionen ein, die du wahrgenommen hast, und überlege, was du daraus lernen oder tun könntest.
Schritt 4 – Gefühle bewusst steuern
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Prüfe, welche Gefühle stark und präsent sind und welche eher leise Signale.
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Übe dich darin, zwischen echten Gefühlen und dem Ego zu unterscheiden:
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Echte Gefühle informieren dich über Bedürfnisse, Grenzen oder Wünsche.
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Das Ego versucht oft zu kontrollieren oder zu blockieren.
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Schreibe für jedes echte Gefühl eine kleine Handlung auf, z. B.:
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Ich fühle Angst → ich atme tief, reflektiere und handle bewusst
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Ich fühle Freude → ich genieße bewusst den Moment
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Schritt 5 – Integration in den Alltag
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Nimm dir täglich 5–10 Minuten, um deine Gefühle zu checken.
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Nutze ein Gefühlstagebuch oder Journaling, um Entwicklungen zu dokumentieren.
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Beobachte, wie sich dein Bewusstsein für Emotionen verändert und wie sich Entscheidungen leichter treffen lassen.
Extra-Tipp:
Wenn ein Gefühl besonders stark oder belastend ist:
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Teile es mit einer vertrauten Person oder deinem Partner.
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Atme tief durch, spüre den Körper und akzeptiere das Gefühl, ohne es zu bewerten.
Mit der Zeit wirst du merken, dass du Gefühle besser verstehen, annehmen und für dich nutzen kannst.