"Das Wissen über Trauma hat die Kraft, die Welt zu verändern."
Verena König
Trauma und traumasensible Begleitung
Die Traumaforschung ist ein noch sehr junges Feld – gerade einmal 20 Jahre alt – und dennoch hoch relevant. Leider wissen viele Menschen, aber auch Fachkräfte wie Therapeut:innen, Ärzt:innen oder Berater:innen, noch viel zu wenig über dieses spannende Thema.
Studien zeigen: ca. 90 % der Weltbevölkerung sind in irgendeiner Form von Trauma betroffen. Fast jede:r von uns trägt Erfahrungen in sich, die das Nervensystem dauerhaft prägen. Deshalb hat sich meine traumasensible Haltung als unglaublich bereichernd für die Arbeit mit Paaren und Beziehungen erwiesen.
Was ist Trauma?
Das Wort „Trauma“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich seelische Verletzung. Trauma entsteht nicht durch das Ereignis allein, sondern durch die subjektive Überforderung des Organismus:
Ein Erlebnis wird traumatisierend, wenn es zu viel, zu heftig, zu plötzlich oder zu bedrohlich ist und vom Körper und Nervensystem nicht verarbeitet oder kompensiert werden kann.
Man unterscheidet vereinfacht zwei Arten von Trauma:
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Entwicklungstrauma
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Wiederkehrende überfordernde Erfahrungen in Kindheit oder Jugend
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Beispiele: Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung, Trennung von Bezugspersonen, Krankheit, Streit oder Trennung der Eltern, Verlust wichtiger Bezugspersonen
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Schocktrauma
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Einmalige extrem belastende Ereignisse
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Beispiele: Unfälle, Naturkatastrophen, schwere Krankheiten, Todesfälle, das Auffliegen einer Affäre
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Vereinfacht kann man sagen: „Wenn es einem den Boden unter den Füßen wegreißt“, war das Erlebnis zu überfordernd. Der Organismus verfügt in diesem Moment nicht über genügend Bewältigungsmechanismen, um die Situation zu verarbeiten.
Was hat dein Körper mit Trauma zu tun?
Neue Erkenntnisse der Neurobiologie zeigen: Traumatisierungen hinterlassen vor allem Spuren im Nervensystem. Viele körperliche, emotionale und mentale Symptome entstehen aus einer Dysbalance des Nervensystems, die durch traumatische Erfahrungen verursacht wird.
Traumatische Erlebnisse führen oft zu einer Entfremdung vom eigenen Körper. Deshalb ist es ein zentrales Ziel der Traumaintegration, die Verbindung zum eigenen Körper wiederherzustellen und ein wohliges Körpergefühl zu entwickeln.
Nur so kann Trauma integriert werden – Vermeidung oder Verdrängung führen langfristig zu Traumafolgestörungen wie PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung).
Auch emotionale und psychische Folgen von Trauma spiegeln sich körperlich wider. Beziehungsmuster und Kompensationsstrategien stehen eng im Zusammenhang mit dem Zustand des Nervensystems. Daher werden wir den Körper bewusst in unsere Arbeit einbeziehen, um Stressreaktionen wahrzunehmen, zu regulieren und Ressourcen zu stärken.
Was hat Trauma mit Beziehung zu tun?
Wie Verena König in ihrem Buch „Trauma und Beziehung“ beschreibt:
„Trauma passiert in Beziehung – und Trauma heilt in Beziehung.“
Der Mensch ist von Natur aus ein Bindungswesen. Wir sehnen uns nach Verbindung, gleichzeitig kann Nähe Angst auslösen, weil wir gelernt haben, dass Beziehungen auch verletzend sein können.
In unserem Leben geht es daher immer wieder darum, eine gesunde Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden – zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und dem Wunsch nach Freiheit.
In der Arbeit mit dem Fundament lernst du, diese Prozesse in dir zu erkennen, dein Nervensystem zu stabilisieren und durch sichere Verbindungen zu dir selbst und anderen echte Sicherheit zu erleben.
Noch mehr Wissen über Trauma - weiterführende Podcast-Folgen
Ich teile gerne die Inhalte von Verena König mit dir, weil sie die Expertin darin ist, dieses Wissen an Menschen so weiterzugeben, dass Inhalte gut genommen, verdaut und integriert werden können.
Hier verlinke ich dir die informativsten Podcast-Folgen von Verena zum Thema Trauma, Beziehung, Bindungstheorie. Ich möchte dich einladen, dir die Zeit für dieses Wissen zu schenken, denn es wird sich auch auf dein Leben und deine Beziehungen positiv auswirken.
- Trauma und die Schwierigkeit, glücklich zu sein // Podcast #197
- Frühe Prägungen wirken sich auf Deine Beziehungen aus // Podcast #43
- Trauma und Beziehung (Wdh.) // Podcast #293
- Wenn DeinE PartnerIn traumatisiert ist // Podcast #105
- Warum wir in toxischen Beziehungen landen und bleiben // Podcast #129
- Trauma und die Suche nach Sicherheit // Podcast #112
- Die Macht unterdrückter Gefühle // Podcast #155
- Je wieder vertrauen? // Podcast #201
Ich bin mir sicher, du findest auf Verena's Kanal noch viele weiterführende Inhalte, die dich interessieren und dir helfen, dich selbst und andere Menschen besser zu verstehen.
Ein Mensch beginnt zu heilen, wenn er sich verstanden fühlt!