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Gewordensein

Dein ganz persönliches Gewordensein

Dieses Modul lädt dich ein, dich mit deiner Lebensgeschichte und deinem ganz persönlichen Gewordensein zu beschäftigen. Dabei kann auch Raum entstehen, um schwierige oder belastende Erfahrungen aus deiner Vergangenheit zu betrachten und vielleicht einen Schritt in Richtung innerer Versöhnung zu gehen.

Solltest du während dieser Übung merken, dass dich bestimmte Erinnerungen stark belasten oder überfordern, zögere bitte nicht, mit mir darüber zu sprechen. Gemeinsam können wir schauen, was du in diesem Moment brauchst, um gut mit diesen Themen umzugehen.


Du brauchst für diese Übung

  • 3 Blätter weißes Papier

  • einen Stift

  • einen Spiegel

  • ein Feuerzeug oder Streichhölzer

  • mindestens eine Stunde ungestörte Zeit nur für dich


Ein wichtiger Hinweis

Diese Übung kann intensiv und emotional sein. Bitte entscheide in Eigenverantwortung, ob und wann du sie durchführen möchtest. Wähle dafür einen Zeitpunkt, an dem du dich stabil fühlst und dir genügend Raum geben kannst.

Sorge dafür, dass du während der Übung nicht gestört wirst. Idealerweise bist du allein und hast danach noch Zeit für dich, um wieder zur Ruhe zu kommen – zum Beispiel bei einem Spaziergang, einer Tasse Tee oder einem kurzen Nickerchen.

Gib dir selbst die Erlaubnis, diesen Prozess in deinem eigenen Tempo zu gehen. Denke immer wieder an dein Stresstoleranzfenster und reguliere dich selbst.


"Nichts geschieht Dir, alles geschieht für Dich." (Byron Katie)


Teil 1 der Übung

Erlaube dir, für diesen Moment ganz bei dir selbst zu sein und dich der Übung vollständig hinzugeben. Wenn du möchtest, kannst du stimmungsvolle Musik hören und eine Atmosphäre schaffen, in der du dich sicher und ungestört fühlst.

Beginne nun damit, deine persönliche Geschichte aufzuschreiben – ohne Zensur und ohne dich zurückzuhalten. Nutze diese Gelegenheit, um Gedanken, Erinnerungen und Erlebnisse festzuhalten, die vielleicht schon lange in dir wirken.

Du kannst zum Beispiel bei deiner Geburt beginnen – besonders dann, wenn du aus Erzählungen weißt, dass diese Zeit herausfordernd war. Schreibe anschließend chronologisch weiter und halte all jene Momente fest, die für dich schmerzhaft, schwierig oder belastend waren.

In dieser Übung darf alles ausgesprochen werden: Gefühle, Gedanken, Enttäuschungen oder Verletzungen. Erlaube dir, ehrlich zu sein und deinen Emotionen Raum zu geben. Dieses Schreiben dient dazu, deine innere Geschichte sichtbar zu machen und ihr Ausdruck zu verleihen.

Nimm dir dafür so viel Zeit, wie du brauchst.

Beginne jetzt mit dem Schreiben und scrolle erst weiter, wenn du mit diesem Teil der Übung fertig bist.


Fertig? Dann nimm dir einen Moment, um durchzuatmen.
Du hast gerade einen wichtigen Schritt gemacht. Sei stolz auf dich – du hast den ersten Teil dieser Übung geschafft.

Doch der Prozess ist noch nicht ganz abgeschlossen. Im nächsten Schritt geht es darum, deinen Blick zu erweitern und deine Geschichte aus einer neuen Perspektive zu betrachten.


Teil 2 der Übung

Nimm nun dein aufgeschriebenes Drama und begib dich vor einen Spiegel. Lies dir deine Geschichte laut vor – so, als würdest du dir selbst zuhören.

Wenn du möchtest und dich dabei sicher fühlst, kannst du den Spiegel auch durch eine Vertrauensperson ersetzen – oder sogar durch dein Haustier. Wichtig ist nur, dass dir einfach zugehört wird, ohne Kommentare oder Bewertungen.

Während du deine Geschichte laut liest, können unterschiedliche Gefühle auftauchen. Vielleicht kommen Trauer, Wut, Angst, Selbstmitleid oder Verzweiflung. Wenn Tränen fließen, ist das völlig in Ordnung. Erlaube dir, diese Gefühle wahrzunehmen und ihnen Raum zu geben.

Versuche, durch diese Gefühle hindurchzugehen, ohne sie zu unterdrücken. Oft entsteht genau dort, wo Schmerz sichtbar werden darf, auch die Möglichkeit für Verarbeitung und Heilung.

Lies deine Geschichte mehrmals laut vor – mindestens drei Mal.
Wenn du spürst, dass sich deine Beziehung zu den Worten verändert oder du merkst, dass du sie kaum noch hören möchtest, kann das ein Zeichen sein, dass sich etwas in dir bewegt hat.

Dann darfst du diesen Teil der Übung bewusst abschließen.

Regulierungsübung, um wieder ins Hier und Jetzt zu kommen.


Teil 3 der Übung

Nun darfst du dein aufgeschriebenes Drama symbolisch loslassen.
Wenn es sich für dich stimmig anfühlt, kannst du dein Blatt Papier verbrennen – als Zeichen dafür, dass du diese Geschichte anerkennst, sie aber nicht länger festhalten musst.

Achte dabei bitte auf einen sicheren Ort und gehe achtsam mit dem Feuer um.

Nachdem du diesen Schritt beendet hast, kümmere dich bewusst liebevoll um dich selbst. Vielleicht tut dir jetzt gut:

  • dein Gesicht zu waschen

  • etwas zu essen oder zu trinken

  • frische Luft zu schnappen und spazieren zu gehen

  • deine Räume zu lüften

  • dich auszuruhen oder ein wenig zu schlafen

Gib deinem Körper und deinem Nervensystem Zeit, sich wieder zu beruhigen und zu regulieren.

Zum Abschluss dieser Übung darfst du dir selbst mit Freundlichkeit begegnen. Schaue dich – wenn du möchtest – noch einmal im Spiegel an und sage dir:

„Ich bin (dein Name) – und es ist gut so, wie ich bin.“

Nimm diesen Moment bewusst wahr. Du hast dir gerade Zeit, Mut und Aufmerksamkeit geschenkt.

FRIEDE IN MIR!